Der Fluch von RAID0-Systemen

Die Anzahl der RAID0-Datenrettungen (Stripe) steigt in den letzten Monaten massiv an. Sowohl RAID-Systeme in Servern als auch USB-RAID-Platten oder NAS-RAID-Systeme landen immer häufiger in unseren Labors.

Vor allem setzen Firmen (insbesondere im Bereich Multimedia, Marketing, Video, Musik) vermehrt auf RAID0-Systeme. Das Risiko ist jedoch enorm hoch. Fällt einer der Datenträger aus, kann nur noch ein professioneller Datenretter helfen.

Bei RAID0-Systemen werden beide Datenträger zu einem einzigen virtuellen Datenträger zusammengefaßt. Die Daten werden abwechselnd auf beiden Datenträgern ohne Redundanz verteilt. Fällt nun ein Datenträger aus, sind nur noch etwa 50% der physikalischen Datenfragmente vorhanden. Somit besteht keine Möglichkeit mehr, auf das Dateisystem oder gar auf die Daten zuzugreifen.

Bei RAID0-Systemen steht somit immer die Summe der Kapazitäten beider Datenträger zur Verfügung (also z.B. bei 2 x 1 TB stehen dann 2 TB zur Verfügung). Weiters wird oft argumentiert, die Performance sei sehr schnell, da der Controller parallel mit beiden Platten arbeiten kann.

De Facto gibt es bei den meisten Systemen sogut wie keinen Performance-Vorteil. Wir empfehlen mit Nachdruck, statt eines RAID0-Systems ein RAID1-System (Spiegelung) einzusetzen. Bei höherem Speicherbedarf empfehlen wir, entweder Festplatten mit einer größeren Kapazität zu verwenden (z.B. 2 x 2 TB) oder auf ein RAID5-Verbund zu nutzen.

Des Weiteren besteht bei RAID0-Systemen aufgrund der überdurchschnittlich hohen Kapazität die Problematik, dass Anwender aufgrund eingeschränkter Speicherkapazitäten der Festplatten (Maximale Speicherkapazität liegt derzeit bei 3TB ) keine Datensicherung durchführen.