„Meine Festplatte dreht nicht mehr hoch…“

 Oft ist nichts mehr zu hören: keine Anfahrgeräusche der Festplatte, die Heads bleiben stumm. „Ich glaube, der Motor meiner Festplatte ist kaputt.“ Sehr häufig  verwenden Kunden diesen Satz, wenn  das Fehlerbild schildern. In anderen Fällen – so wird erzählt – ist noch kurz zu hören, dass die Festplatte versucht, hochzudrehen; es scheint aber so, als wenn es nicht gelingen würde. Meist wiederholt sich dies vier-, fünfmal, dann dreht die Festplatte langsam wieder runter. Stille. Und kein Zugriff auf die Daten möglich. Was kann man tun, wenn die Festplatte nicht mehr hochdreht und der Motor (scheinbar) kaputt ist?

Nun, das „scheinbar“ habe ich bewusst in Klammern gesetzt, da ein Motorschaden bei einer Festplatte ein extrem seltenes Schadensbild ist. Täglich treffen zwar HDDs mit dieser oder ähnlicher Fehlerbeschreibung in unserem Labor ein, aber seit über fünf Jahren Attingo-Zugehörigkeit ist mir noch nie (!) ein defekter Motor einer Festplatte untergekommen. Bleibt die Frage: was ist es dann?

Es gibt zwei klassische Fehlerbilder, die dazu führen können, dass die Festplatte nicht mehr hochdreht.

1) Defekte Platine/Elektronik

Dreht die Festplatte nicht mehr hoch oder macht sie keine Anfahrgeräusche mehr, dann kann eine defekte Festplatten-Elektronik (PCB) dafür verantwortlich sein.

2) Defekte Mechanik

Schreib-/Leseköpfe, die auf die Datenträgeroberfläche aufgeschlagen sind und dort quasi „festkleben“, können ein weiterer Grund dafür sein, dass die Festplatte nicht hochdreht. Manchmal kann man hier noch ein leichtes Summen oder versuchtes Anfahren hören.

Als weitere Ursache kann ein „festgefressenes“ Lager Grund dafür sein, dass die Festplatte nicht mehr hochdreht. Sehr häufig handelt es sich hier um ein sehr aufwendiges Schadensbild, da es insbesondere bei 3,5“ Festplatten nicht wie bei einer Schallplatte damit getan ist, diese in ein neues Gerät zu verbauen.

Kombination mehrerer Fehlerbilder

Leider ist es keine Seltenheit, dass mehrere Schadensbilder auf einmal zusammenkommen. Sind beispielsweise Schreib-/Leseköpfe auf die Datenträgeroberfläche aufgeschlagen, dann kann dies zu defekten Sektoren, beschädigten Heads sowie möglichen logischen Schäden – zum Beispiel im Bereich des Dateisystems – führen.

Was tun?

Wie oben beschrieben ist das Fehlerbild nicht eindeutig identifizierbar. „Irgendetwas“ versuchen ist daher nicht empfehlenswert, es sei denn, die Daten haben keinen hohen persönlichen Wert und man lässt den persönlichen Rettungsversuch unter „Experiment“ laufen. Ansonsten sollte die Festplatte in einem unserer Labore (Hamburg, Wien oder Amsterdam) untersucht werden. Wir von Attingo haben uns auf Datenrettung spezialisiert und machen täglich nichts anderes als Daten wiederherzustellen, sei es von defekten Festplatten, ausgefallenen RAID und Storage Server Systemen oder Flashmedien.

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