Büro und Labor der Attingo Datenrettung.

Datenrettungssoftware

Der Windows Otto Normalverbraucher kennt es. Ständig poppen irgendwelche Benachrichtigungsfenster auf die entweder ein Ja, Nein, Abbrechen oder Wiederholen oder mehrere dieser Auswahlmöglichkeiten in Kombination anbieten. Die meisten Nutzer dürfen sich wohl der Unwahrheit überführt fühlen, wenn sie behaupten, dass sie sich jede Meldung aufmerksam durchlesen, den Inhalt richtig interpretieren und der Quintessenz entsprechend ihr weiteres Vorgehen abwägen. Der schnelle Klick um endlich weiter machen zu können ist wohl die weitverbreitete Vorgehensweise. Aus den Augen aus dem Sinn. In den meisten Fällen mag das gut gehen. In vielen Fällen verschwindet jedoch mehr als beabsichtigt.

Versehentlich gelöschte Dateien oder noch fataler, besonders große Dateien oder gleich komplette Verzeichnisse, können das Ergebnis einer derart unbedachten Klickorgie sein. Anhand meiner Erfahrung im Kundenservice kommt dies leider sehr häufig vor und die Verzweiflung aufgrund der mehr oder minder langfristig vernachlässigten Datensicherung ist dementsprechend groß. Also was tun? Google ist unleugbar wohl die allererste Anlaufstelle für viele Nutzer, wenn Datenverlust durch Löschung auftritt. Und in einem Großteil der Suchergebnisse – vorrangig diverse Foren oder Hilfsportale – werden Programme zur Datenrettung noch und nöcher angepriesen. An sich kein schlechter Ratschlag. Und auch die Nutzung entsprechender Datenrettungssoftware zur Datenwiederherstellung ist grundsätzlich ein nachvollziehbarer Schritt.

Jedoch gibt es vielerlei Faktoren, die eine Datenrettung im Selbstversuch scheitern lassen oder gleich dafür sorgen, dass die eigentlich zu rekonstruierenden Daten ins virtuelle Nirvana entschwinden:

Ein Fehler ist beispielsweise, dass das Datenrettungsprogramm auf die Festplatte installiert wird auf der sich zuvor die Dateien befunden haben, die es eigentlich zu retten gilt. Man mag sich vielleicht nichts dabei denken, doch wenn man sich einmal bewusst macht, dass gelöschte Daten in erster Line nur für das Auge des Laiennutzers wirklich gelöscht sind, und prinzipiell noch auf der Festplatte vorhanden sind, dann überlegt man es sich zukünftig vielleicht zwei- oder besser dreimal, ob man diese Daten wirklich durch das Herunterladen und Installieren von Software oder generell durch das Speichern neuer Daten endgültig vom Datenträger tilgen möchte. Hinzu kommt, dass viele dieser Programme ihre Protokolle auf dem entsprechenden Datenträger anlegen, was ebenfalls nicht sonderlich förderlich für eine Wiederherstellung der gelöschten Daten ist.

Ausgehend davon, dass weder Datenrettungssoftware noch eventuelle Protokolle auf dem betroffenen Speichermedium gespeichert werden, ist es naheliegend, dass die wiederhergestellten Daten natürlich irgendwo abgelegt werden müssen. In vielen Fällen geschieht dies, auch in Kombination mit den zuvor aufgeführten Handlungen, auf dem Datenträger, auf dem die Daten gelöscht wurden. Sind die Daten funktional und vollständig stellt dies an sich kein Problem dar. Doch sind die Dateien nicht funktional, anhand der Fragmentierung unvollständig wiederhergestellt worden oder wurden die falschen Daten gerettet, dann sind die benötigten Daten möglicherweise sukzessive überschrieben worden und können im besten Fall nur noch anteilig oder schlimmstenfalls gar nicht mehr wiederbeschafft werden.

Werden entsprechende Versuche aus der Not heraus geboren und im Panikmodus ohne Sachkenntnis, fachmännische Arbeitsweise und die nötige Abgeklärtheit vorgenommen und bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen wieder und wieder wiederholt, dann haben selbst unsere qualifizierten Techniker keine oder wenn überhaupt, nur noch äußerst minimale Chancen zumindest noch einen Teil der Daten retten zu können. Im Ernstfall sollte man also lieber davon absehen sich selbst im Datenretten zu versuchen und lieber direkt den Profi kontaktieren. Denn im schlimmsten Fall sind die wichtigen Dateien unwiederbringlich verloren.

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