Mythen der Datenrettung Teil 2

3)      In der Festplatte befindet sich ein Vakuum

Eine weit verbreitete Annahme ist, dass Festplatten in ihrem Innenleben ein Vakuum hätten. Die Wahrheit ist: In der Festplatte befindet sich Luft. Über einen Schneckengang mit Filter können Druckunterschiede ausgeglichen werden. Im Inneren der Festplatte schwebt der Schreib-/Lesekopf sogar auf einem dünnen Luftpolster nur wenige tausendstel Millimeter über der Plattenoberfläche. Ohne Luft würde das nicht funktionieren. Es kann sogar sein, dass in großen Höhen die Schreib-/Leseköpfe aufgrund der dünnen Luft auf die Magnetschicht aufschlagen, was zu Schäden führt. Kein Gerücht ist hingegen, dass man Festplatten nicht selbst aufschrauben sollte. Kleinste Staubpartikel führen bereits zu einem Headcrash.

Neuste Festplattenmodelle hingegen verfügen über eine Heliumfüllung. Ein Schneckenausgang für den Druckausgleich gibt es hier – sinnvollerweise – nicht. Durch die Heliumfüllung kann die Dichte deutlich erhöht werden, was zur Folge hat, dass die Heads mit einem noch geringeren Abstand über den Datenträgeroberflächen schweben. Ein Vakuum ist und bleibt aber ein Mythos.

4)      SSD-Festplatten sind ausfallsicher

Wenn man sich einige Minuten mit dem Thema beschäftigt und sich bei Google verschiedene Foren und Blogbeiträge aufruft, dann stellt man schnell fest, dass Datenverlust bei SSD-Festplatten keine Seltenheit ist. Richtig ist natürlich, dass Solid State Drives ausfallsicher gegen mechanische Schäden sind, was allerdings nicht weiter verwunderlich ist, da keine mechanischen Teile verbaut sind. Allerdings können Speicherbausteine oder Controller kaputt gehen. Der Aufwand der Datenrettung bei SSD‘s kann dabei schnell um ein Vielfaches höher sein als bei klassischen mechanischen Festplatten. Dies ist jedoch abhängig vom individuellen Schadensbild.

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