Die Bedrohung Firmware und Firmware-Update

Viele unter Ihnen werden es kennen: Das mulmige Gefühl auf den Button „Start Update“ zu klicken, die Angst trotz oft mehrerer Warnungen das Firmware-Update zu starten. Und solche Updates gibt es für Computer-Komponenten, Autos und sogar Cafémaschinen.

Oft es ist es einfach nur das Verlangen immer die neueste Software installiert zu haben, ohne überhaupt zu wissen, welche Bug-Fixes oder Verbesserungen durch das Einspielen des Updates einen erwarten. Und meistens geht es ja auch gut. Aber eben nur meistens. In den anderen Fällen bekommen wir als Datenretter Arbeit, soweit es sich um Firmware für Systeme zur Datenspeicherung handelt.

Datenverlust in Folge von Firmware-Updates kann verschiedene Ursachen haben, einige davon möchte ich nun aufzeigen: Festplatten oder SSD-Laufwerke sind wie kleine Computer. Sie verfügen über einen Prozessor, über RAM sowie ein Betriebssystem und Software. Die letzteren werden in der Firmware gespeichert. Als Anwender hat man selten mit dieser zu tun, außer Hersteller liefern wieder einmal hundert tausende Festplatten mit einen Bug in der Firmware aus, so dass man – wenn man keinen Datenverlust erleiden will – diese mit einer fehlerfreie Version updaten muss. Bei Servern und RAID-Systemen sind Administratoren Updates der Festplatten-Firmware (oft dutzende MB) gewohnt. Warnungen, diese nur durchzuführen, wenn eine vollständige Datensicherung vorliegt, werden meistens ignoriert. Sie sind zwar gut gemeint, aber jedoch praktisch oft nur schwer durchführbar. Jedoch erhalten wir nicht selten RAID-Systeme, die aufgrund von Firmware-Updates bei den Festplatten ausgefallen sind.

Ähnlich verhält es sich bei RAID- und NAS-Systemen. Häufig verwenden diese als Betriebssystem Linux oder vergleichbare Unix-Varianten. In Folge von Firmware-Updates – welche oft mehrere Gigabyte groß sein können – ändern sich plötzlich der RAID-Algorithmus (zum Beispiel die Verteilung der RAID5-Parity) oder sogar die verwendeten Datei-Systeme in NAS-Geräten.

Auf der anderen Seite werden viele Datenspeicher, egal ob Festplatte, SSD, RAID oder NAS, mit fehlerhafter Firmware am Werk ausgeliefert. Und flashbare Firmwares sind ja praktisch, die Hersteller haben eine einfache Möglichkeit, Fehler der Geräte nach der Lieferung an den Kunden auszubessern, und können somit schneller und günstiger neue Produkte auf den Markt bringen.

Fatal können auch Fehler in Crypto-Datenspeicher sein: Viele externe Festplatten sowie SSD-Laufwerke sind selbstverschlüsselnd. Was passiert jedoch, wenn die Firmware des Datenspeichers den Schlüssel vergißt? Ein sehr häufiger Datenrettungsfall in unseren Labors.

Zusammengefaßt kann man sagen, Firmware Updates „ja“,  jedoch nur nach einer vollständigen und verifizierten Datensicherung.

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