Unerschütterlicher Glaube als Falle

Schon wieder das Thema Datensicherung? Ja leider, es muss einfach sein. Weil es immer wieder erstaunlich ist, wie unbefangen Menschen mit dem Faktum umgehen, dass ihre Speichermedien eines Tages plötzlich nicht funktionieren werden. Und dieser Tag wird kommen. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber er kommt ganz sicher. Denn jeder Datenträger stirbt, die Frage ist nur wann, egal wie pfleglich man damit umgeht.

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Flugzeugabsturz Tripolis: zerstörte Kameras und Laptops werden rekonstruiert

Aufruf von Datenretter Attingo: kostenfreies Daten-Recovery im Reinraumlabor 

Nach dem Airbus-Absturz von Tripolis vor knapp zwei Jahren wurden die dabei zerstörten Kameras und Laptops nach langdauernden Behördenverfahren nun sukzessive an die Angehörigen ausgehändigt. Im Zuge dessen hat sich das Datenrettungsunternehmen Attingo spontan bereit erklärt, die auf den beschädigten Datenträgern eingeschlossenen Fotos, Filme und Dokumente kostenfrei wiederherzustellen. „Betroffene können sich an unsere Reinraumlabore in Wien, Hamburg und Amsterdam wenden“, erklärt Attingo-Geschäftsführer Nicolas Ehrschwendner. Insgesamt befanden sich rund 70 niederländische und deutschsprachige Passagiere an Bord der Maschine.

Tausende Fotos

Die ersten Datenträger konnten bereits rekonstruiert werden: darunter stark beschädigte Flash-Speicher aus Digitalkameras und Camcordern sowie Festplatten von Laptops. Insgesamt wurden von diesen Geräten rund 60.000 Dokumente und mehrere 1.000 Fotos mit modernen Recovery-Methoden wiederhergestellt. „Als wir die erste Festplatte aus einem der Notebooks sahen, waren wir über den schlechten Zustand doch erstaunt. Sowohl das Gehäuse als auch das Interieur wiesen schwere Schäden auf“, berichtet Nicolas Ehrschwendner. „Unsere Techniker waren gefordert, aber ihr Einsatz hat sich gelohnt. Denn nahezu alle Daten konnten wiederhergestellt werden.“ Bei der Übergabe der ersten Medien in Eindhoven bedankte sich ein älterer Herr persönlich: „Wir freuen uns sehr, dass wir diese Bilder doch noch haben können – das ist für uns unglaublich wichtig.“ Attingo möchte weitere Betroffene ermutigen, diese Chance einer kostenlosen Datenwiederherstellung zu nutzen.

 

Datenrettung unter dem Mikroskop

Die Datenwiederherstellung im Fall Tripolis gestaltet sich herausfordernd, denn die Speichermedien sind durch die Erschütterungen stark beschädigt. So hatten einige der übernommenen SD-Speicher und USB-Sticks gebrochene Controller. Die Ingenieure mussten deshalb in einer „Mikro-Operation“ Speicherzellen einzeln entnehmen, mit Spezial-Hardware auslesen und die gewonnenen Rohdaten puzzleartig wieder zusammensetzen. Bei defekten Festplatten wurden im Reinraum neue Schreib-/Leseköpfe eingesetzt und unter dem Mikroskop hochpräzise justiert oder die Magnetscheiben mit den darauf gespeicherten Daten transplantiert, um diese auslesen zu können.

Mit moderner Technik und individuellen Lösungswegen rekonstruiert Attingo generell Datenträger nach Bränden, Explosionen, Kollisionen oder Wasserschäden. Solcherart professionell wiederhergestellte Speichermedien sind auch zur Beweissicherung für die Polizei, vor Gericht, für Sachverständigen-Gutachten oder für Computer-Forensiker in der elektronischen Spurensicherung verwendbar.

Datensicherungs-Tücken

Datenverlust trotz Time Capsule oder Time Machine

Ein Klick – kontinuierliche Datensicherung. Mit dieser Botschaft wirbt Apple erfolgreich für sein Produkt Time Capsule.

Apple bietet  mit der automatischen Datensicherung ein quasi rundum Sorglospaket für seine User, wenn das Produkt richtig gehandhabt wird. Wir stellen jedoch vermehrt fest, dass Kunden trotz Einsatzes der Time Capsule von Datenverlust betroffen sind, denn die Time Capsule verleitet zur Nachlässigkeit.

So kommt es vor, dass eine Time Machine Datensicherung auf der Systemfestplatte auf einer weiteren Partition durchgeführt wird. Dies hat fatale Folgen, wenn die Festplatte mechanisch beschädigt wird und ein Zugriff auf die Daten nicht mehr möglich ist – und das kann schneller passieren, als man vermutet. Schon leichte Erschütterungen im laufenden Betrieb oder ein zu fest zugeklappter Deckel des MacBooks können zu Oberflächenschäden auf der Magnetschicht der Festplatte führen, nicht selten ist die Schreib-/Leseeinheit ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Eine Datensicherung auf der einzigen Systemplatte sollte daher bestenfalls als zusätzliche, aber nicht als einzige Datensicherung dienen.

Doch auch mit dem Einsatz einer externen Festplatte kommt es mit der Time Capsule immer wieder zu Datenverlust. Dabei stellt nicht Time Capsule selbst das Problem dar. Der klassische Fall ist, wenn die Festplatte von überflüssigen Daten bereinigt wird – mit dem Wissen, dass die nun gelöschten Original-Daten ja regelmäßig auf der Time Capsule gespeichert wurden. Jedoch werden nach einer gewissen Anzahl von Sicherungs-Zyklen auch die Sicherungskopien dieser Daten gelöscht. Eine Datenrettung ist dann oft nur noch von der internen Festplatte möglich, da auf der externen Festplatte die Daten bereits mit neuen Backups überschrieben sind.

Datensicherung versus Datenauslagerung

Bekannter XY: „Meine Fotos sind alle auf einer externen Festplatte gesichert!“

Nicolas: „Ah, sprich Du hast die Fotos sowohl am PC als auch auf der externen Festplatte?“

Bekannter XY: „Nein, wieso am PC, hab sie ja eh auf der externen Festplatte?“

Solche Gespräche sind keine Seltenheit. Vielen Personen ist offensichtlich nicht bewusst, dass eine Datenauslagerung nicht mit einer Datensicherung zu verwechseln ist. Zum Beispiel Fotos auf einer externen Festplatte zu speichern ist nur dann eine Datensicherung, wenn eine Kopie (oder eben das Original) auf dem PC oder Laptop gespeichert ist. Werden die Daten nur auf der externen Festplatte gespeichert handelt es sich um eine Datenauslagerung ohne irgendeine Redundanz.